In der deutschen Presse steht von allen Wissenschaften die Bescheidwissenschaft am höchsten. Auch und gerade gegenüber dem Ausland.
Israel, die ewige Eskalation
Der Korrespondent der ARD liefert zwar keine Informationen über den Krieg der Hamas gegen Israel. Dafür dreht er historische Fakten, lässt Störendes weg – und bedauert, dass die Hisbollah so ruhig bleibt. Sein Bericht fügt sich perfekt in den Journalismus der Tagesschau ein
„Mach dir keine Sorgen: Obwohl der israelisch-arabische Konflikt schon etliche Jahrzehnte währt und hochkomplex ist, ist für den Berichterstatter kaum Grundwissen erforderlich“, schrieb der Publizist Claudio Casula vor Jahren in seiner satirischen Anleitung ‘So wird man Nahostkorrespondent‘: Es ist auch gar nicht nötig, den unwissenden Leser oder Zuschauer mit Fakten zu nerven und das ganz dicke Brett zu bohren.
Nach Publico-Beitrag: ZDF korrigiert Beitrag zu Baerbock
In einem Beitrag über die Grüne Spitzenkandidatin Annalena Baerbock leistete sich ZDF logo gleich eine ganze Serie von Fehlern. Publico widmete dem ZDF-Text, der sich vor allem an junge Zuschauer richtet, am 7. Mai eine Fake-Nuss.
Warum ich den DJV verlassen habe
„Na also, geht doch”: Der Deutsche Journalistenverband lobt unverhohlen, dass Regierungskritiker an der Ausübung ihres Grundrechts gehindert werden. Der Berufsverband der „vierten Gewalt” gefällt sich als Büttel einer allmächtigen Exekutive – und bestätigt mir, dass mein Austritt richtig war
von Oliver Driesen
Man schrieb das Jahr 1967, als die regierungsfromme Springer-Presse gegen die antiautoritären Demonstranten der APO hetzte. Die Reaktionäre in den Redaktionen von Welt oder Bild frohlockten damals und in den Folgejahren geradezu, wann immer es diesem rebellischen Pack einmal richtig gezeigt worden war.